Samstag, 16. Mai 2015

Freud und Leid von Hundebesitzern: Nachts zum Notdienst in die Tierklinik

Letztes Wochenende war ein sehr aufregendes für uns. Zum einen haben wir wieder den ganzen Tag im Garten verbracht. Zum anderen hatten wir eine sehr unruhige Nacht. Was das eine mit dem anderen zu tun hatte und warum Hundebesitzer nicht nur Freud, sondern manchmal auch Leid erleben, das erfahrt ihr heute.



Ich bin ja immer sehr begeistert, wenn Frauchen und Herrchen im Garten arbeiten. Denn dann darf auch ich mit nach draußen und den ganzen Tag im Gras spielen und im Teich schwimmen. Darüber hinaus bin ich ihnen natürlich eine große Unterstützung und grabe mit ihnen die Erde um oder helfe beim Aufräumen. Frauchen und Herrchen nehmen sich zwischendurch auch immer wieder einmal Zeit und spielen mit mir. Besonders toll fand ich, dass Frauchen meine Safety-Stick geholt hat und ich nach viel zu langer Abstinenz endlich mal wieder abortieren durfte. Das war soooo schön!!

Entsprechend müde bin ich abends auf die Couch gesunken. Doch während Herrchen und Frauchen zu Abend gegessen haben, fand ich keine Ruhe mehr. Kein Platz war für mich ok. Das wurde immer schlimmer und selbst, als Frauchen mich hoch ins Wasserbett gebracht hatte, konnte ich nicht schlafen. Nachdem ich fiepend oben an der Treppe stand, beschloss Herrchen noch einmal mit mir Gassi zu gehen. Als er zurückkam und meine Pfoten sauber machte, stellte er fest, dass irgendetwas an meinem Hinterteil nicht in Ordnung war. Frauchen kam hinzu und untersuchte mich vorsichtig. Ihre Diagnose: Etwas stimmt mit Anelas Schwanz nicht. Vielleicht ist er verstaucht oder gebrochen.



Um ihre Vermutung zu testen, musste ich auf "Hier" zu Herrchen laufen und bekam dafür ein Leckerli. Kein Schwanzwedeln. Sie beschlossen das Ganze zu beobachten und gingen mit mir nach oben ins Schlafzimmer. Doch es ging mir zusehend schlechter. Ich fiepte und jammerte und fand keine Ruhe. Als Frauchen meinen Schwanz vorsichtig abtastete, zuckte ich zusammen. Während sie nun Dr. Google befragte, kümmerte sich Herrchen liebevoll um mich und versuchte, den Tag Revue passieren zu lassen und Ursachenforschung zu betreiben. Er machte Frauchen ein wenig Angst, als er seine Befürchtung äußerte, ich hätte Probleme mit dem Magen. Der Grund dafür war, dass ich immer wieder meinen Bauch verkrampfte. Bei Frauchen klingelten die Alarmglocken: Giftköder, ihr schlimmster Albtraum.



Zum Glück war sie auf der richtigen Spur. Und das obwohl sie keinen Doktor in Medizin hat, sondern in Deutscher Sprachwissenschaft. Die Google-Suche hatte nämlich ergeben, dass ich wohl einen sog. "Water Tail" habe, den viele Jagdhunde vom Schwimmen bekommen. Das sei sehr schmerzhaft, berichteten andere Hundebesitzer in entsprechenden Foren. Aus diesem Grund wurde die Tierklinik angerufen und um Rat gefragt. Die diensthabende Ärztin versuchte, uns zu beruhigen und empfahl uns Novalmin, ein Schmerzmittel für Menschen, das auch Hunde nehmen können. Am Sonntag früh könnten wir dann zur Sprechstunde kommen.

Um Frauchen zu beruhigen und ihr zu zeigen, dass es mir nicht allzu schlecht geht, schlug Herrchen einen weiteren Spaziergang vor. Also liefen wir mitten in der Nacht bei Regen durch das Dorf. Ich war auch ganz normal, interessierte mich für Gerüche, Geräusche, Katze und Hase. Das einzig Auffällige: Mein Schwanz hing regungslos nach unten. Zwei Mal blieb ich abrupt stehen und schaute, was da an meinem Popo so komisch war. Aber ansonsten war Alles gut. Doch als wir wieder zuhause waren, fiepte ich erneut ganz jämmerlich vor Schmerzen. Herrchen rief daher erneut in der Tierklinik an und wenige Minuten später waren wir auf dem Weg zum Notdienst. Um 1:30 nachts kamen wir an. Als ich realisierte, wo wir waren, wäre ich am liebsten davon gerannt.

Es war schon ein wenig seltsam, in eine stockfinstere Klinik zu gehen. Die Ärztin musste erst einmal im Behandlungszimmer Licht machen. Stocksteif vor Angst stand ich auf dem Tisch, während sie in meine Schwanzspitze zwickte und nüchtern feststellte, dass ich eine sog. Schwanz-Lähmung habe. Das ist eine schmerzhafte Entzündung an der Schwanzwurzel, die von zu kaltem oder warmem Wasser oder von Überanstrengung herrühren kann. Obgleich Jagdhunde diese häufiger haben, ist sie in der Medizin noch nicht ausgiebig erforscht. Sei´s drum. Ich bekam auf jeden Fall zwei Spritzen und entzündungshemmende Schmerz-Tabletten (Rimadyl) für die nächste Woche. Und schon konnten wir die Tierklinik wieder verlassen. Herrchen und Frauchen zogen trotz der hohen Rechnung ein positives Fazit. Schließlich hätten sie so oder so mit mir zum Arzt gemusst. Mitten in der Nacht hatten wir nicht warten müssen und der Aufschlag für die nächtliche Behandlung am Wochenende hatte sich noch in Grenzen gehalten.

Für liebende Tierbesitzer ist es wirklich ein großes Glück, dass es inzwischen eine rund um die Uhr Betreuung von Haustieren durch einige Tierkliniken gibt. Früher hätte man einfach ausharren und bis zum nächsten Tag oder sogar bis nach dem Wochenende warten müssen. Ich war zwar kein wirklicher Notfall, aber im Falle eines Falles kann der angebotene Notdienst Leben retten. Das ist wirklich TOP!



Nach fast einer Woche geht es mir wieder besser. Die Schwellung ist fast weg und ich kann meine Rute wieder benutzen. Frauchen und Herrchen sind sehr glücklich, aber schonen mich immer noch. Für meinen Geschmack ein bisschen zu sehr ;-)
Aber sie möchten natürlich, dass es mir gut geht und dafür bin ich sehr dankbar. Das ist schließlich auf unserer, manchmal sehr grausamen, Welt keine Selbstverständlichkeit.
In diesem Sinne: Passt auf eure Hunde auf, seid lieb zu ihnen und falls einer von ihnen einmal eine seltsame Haltung seiner Rute zeigt ... wisst ihr hoffentlich, was zu tun ist.

Bis demnächst, eure Anela

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